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Warum überdenken viele Hundehalter die Ernährungsweise ihres Hundes?

Da sich immer mehr Menschen selbst vegetarisch oder vegan ernähren, ist die Überlegung auch beim Hund auf tierische Lebensmittel zu verzichten naheliegend. Allerdings gibt es gegen diese Ernährungsform oft Bedenken, da Hunde als Fleischfresser gelten. Welche Gründe es gibt, den Hund pflanzenbasiert zu ernähren und was man dabei beachten muss, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Welche Gründe sprechen für die vegetarische oder vegane Ernährung beim Hund?

Die Argumente für eine pflanzenbasierte Ernährung des Hundes sind im Grunde dieselben wie beim Menschen:

 

  1. Ethische Beweggründe
  2. Gesundheitliche Faktoren
  3. Klima- und Umweltbewusstsein

Ethische Beweggründe

Vielen Menschen ist heute bewusst, dass die Produktion tierischer Lebensmittel ungeheures Leid verursacht. Dieses Leid mitzuverantworten, ist für tierliebende Menschen ein unerträglicher Gedanke. Ob ein Tier als Haustier oder als Schlachttier geboren wird, entscheidet über die Lebensqualität, wann und wie es sterben muss. Obwohl unser Tierschutzgesetz für alle Tiere gilt, schützt es manche Tiere mehr und andere weniger.

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Gesundheitliche Faktoren

Auch bei Hunden werden viele Krankheiten durch Ernährung verursacht. Das liegt oft am falschen Verständnis von artgerechtem Futter. Artgerecht können Nahrungsmittel nur sein, wenn sie alle wichtigen Nährstoffe enthalten. Ob diese von Tieren oder Pflanzen stammen, ist dabei nicht entscheidend. Zu keiner Zeit vor der Erfindung des Dosenfutters hat sich der Hund überwiegend von Fleisch ernährt, denn auch seine Beute besteht nur zu einem geringen Teil aus reinem Fleisch. Große Anteile von Knochen, Haut, Knorpel, Blut und Organen, inklusive vorverdautem Mageninhalt,  machen eine Fleischmahlzeit aus.

Hunderassen, die so verschieden sind wie ihre Größe und Statur es vermuten lassen und deren Herkunft sich in unterschiedliche Regionen der Welt verorten lässt, mussten in Folge dessen mit einem stark differierendem Nahrungsangebot auskommen. Es ist davon auszugehen, dass viele Hunde zwangsläufig mit pflanzlicher Nahrung auskommen mussten, da ihnen nicht täglich Beute vor den Fang lief.

Tägliches Dosenfutter mit 70 Prozent reinem Muskelfleisch entspricht daher nicht einer artgerechten Ernährung des Hundes. Die Folgen dieser Ernährung zeigen sich durch Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen, Allergien und Juckreiz, Zahnproblemen und Mangelerscheinungen. Denn was viele vergessen, Fleisch allein garantiert keine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen. Erst recht nicht, wenn es industriell hergestellt wurde.

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Klima- und Umweltbewusstsein

Der ökologischer Fußabdruck ab unserer Haustiere werden hauptsächlich von zwei Faktoren beeinflusst: Erstens der Größe des Tieres und zweitens der Ernährungsform. Zum ersten: Mit der Größe nimmt natürlich auch der ökologische Fußabdruck zu. Je größer das Tier um zu größer der Ressourcenverbrauch, der für Haltung, Fütterung und Transport anfällt. Zum zweiten, mit der Änderung der Ernährungsform, kann durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel eine deutliche Reduzierung erreicht werden.

Welche Argumente gibt es gegen die pflanzenbasierte Fütterung von Hunden?

Zur Begründung dass ein Hund Fleisch braucht, wird häufig argumentiert, dass Hunde Carnivoren sind und in naher Verwandschaft zum Wolf stehen. Warum beides so nicht stimmt und diese Argumente dem heutigen Wissen nicht mehr standhalten können, das wird in diesem Artikel erläutert. Aufgrund der unterschiedlichen Herkunft der verschiedenen Vorläufer unserer heutigen Hunde ist es jedoch höchst unwahrscheinlich, dass sie ausschließlich mit rein fleischlicher Kost hätten überleben können. Biologisch sind Hunde als Omni-Carnivoren einzuordenen. Mit ihrer Abstammung vom Wolf beschäftigen sich die Wissenschaft ausführlich. Vor allem die Feldforschung beschreibt die Unterschiede zwischen Hund und Wolf. Das Argument mit der Nähe zum Wolf ist damit auch in ernährungsphysiologischer Hinsicht nicht zutreffend.

Worauf ist bei einer pflanzenbasierten Fütterung des Hundes zu achten?

Bei jeder Art der Fütterung müssen alle lebenswichtige Vitamine und Mikronährstoffe enthalten sein. Dies gilt auch für die Fütterung mit dem oben beschriebenen Dosenfutter. Jede Nahrungsumstellung sollte schrittweise erfolgen. Für die vegane oder vegetarische Ernährung gibt es bereits ein sehr abwechslungsreiches Angebot, Selbstgekochtes ist zwar preiswerter, dabei sollten aber einige Vorkenntnisse über die Zusammensetzung vorhanden sein und Spurenelemente müssen supplementiert weden. Regelmäßige Checks beim Tierarzt und Blutbildbestimmungen sind empfehlenswert, dies sollte aber bei jeder Art der Fütterung selbstverständlich sein.

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