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Warum ist eine purinarme Ernährung wichtig?

Drei Dinge sind für den Leishmaniose positiv getesteten Hund wichtig. Erstens die medizinische Versorgung, das bedeutet eine regelmäßige Kontrolle des Blutbilds, das die Bestimmung des Leishmanien-Titers einschließt und die regelmäßige Einnahme der Medikamente. Dazu gehört ein möglichst stressfreier Lebensstil und drittens eine purinarme Ernährung. Was sind Purine, was bedeutet purinarme Ernährung und welche Nahrungsmittel diese beinhaltet, darum geht es in diesem Artikel.

Was sind Leishmanien und wozu Purine?

Leishmanien sind einzellige Organismen, die zu ihrer Entwicklung auf Purine angewiesen sind. Purine befinden sich als Bausteine von DNA und RNA im Erbgut aller Zellen, die einen Zellkern besitzen, also auch im Körper eines Hundes. Durch die permanente Erneuerung von Zellgewebe, wozu auch der Abbau von Zellen gehört, sind Purine ein ständig anfallendes Stoffwechselprodukt.

Purinaufnahme unter Allopurinol?

Um die Entwicklung der Leishmanien im Körper des Hunds einzudämmen, erhalten Leishmaniose positive Hunden in Deutschland oft das Leishmanistatika Allopurinol. Dieses Medikament reduziert die Purinbildung, hemmt gleichzeitig aber auch den Abbau von Purinen. Durch den Zellstoffwechsel werden im Körper des Hunds jedoch ständig Purine freigesetzt. Daher muss für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme gesorgt werden, damit die Purine aus dem körpereigenen Abbau mit dem Urin ausgeschieden werden können. Das Risiko der Steinbildung kann also durch viel Trinken verringert werden.

Warum purinarme Ernährung wichtig ist?

Es sind also zwei Faktoren, die für eine purinarme Ernährung sprechen. Einmal, will man das Wachstum der Leishmanien nicht zusätzlich mit Purinen aus der Nahrung fördern. Zum zweiten, will man das Risiko der Steinbildung, das aufgrund der Gabe des Medikaments Allopurinol erhöht ist, reduzieren. Diese beiden Gründe machen eine Ernährung, die dem Körper des Hundes mehr als unbedingt nötig Purine zuführt, kontraproduktiv. Der Hund sollte daher konsequent und langfristig auf eine purinarme Ernährung umgestellt werden.

Wo kommen Purine vor?

Als Bausteine von Nukleinsäuren, kommen Purine in großer Konzentration vor allem in tierischen Zellen vor. Sie werden im eigenen Körper gebildet, als auch über die Nahrungsmittel aufgenommen. Der Gehalt in den Nahrungsbestandteilen sind sehr unterschiedlich ist. Besonders hoch ist die Purinkonzentration in Bindegewebe, Haut, Innereien und in Forelle und Thunfisch. Da tierische Nahrungsmittel viele Purine enthalten, der Puringehalt von Milchprodukten jedoch deutlich geringer ist, kann die Purinaufnahme mit einer vegetarischen Ernährung deutlich reduziert werden. Dennoch sollte eine Ernährungsumstellung langsam und schrittweise erfolgen.

Wie sieht eine purinarme Ernährung aus?

Purinarme Ernährung kann und sollte sehr vielfältig sein. Das Angebot an purinarmem Fertigfutter ist allerdings sehr gering, daher empfiehlt es sich zwischendurch selbst zu kochen. Was nicht schwer ist, da vegetarische Gerichte einfach und schnell zuzubereiten sind. Die Hauptbestandteile sind eine pflanzliche Proteinquelle, eine Kohlenhydratquelle und Gemüse. Diese können um einen kleinen Anteil an Milchprodukten wie Hüttenkäse, Joghurt und Ei ergänzt werden. Generell kann eine purinarme Nahrung zwar auch kleine Mengen Fleisch enthalten, aber keine Innereien und kein Bindegewebe. Will man den Hund vegan ernähren, dann muss man auf eine ausreichende Menge an Spurenelementen achten, die durch Nahrungsergänzungsmittel zugefügt werden sollten. Weiterhin ist es wichtig bei den pflanzlichen Proteinquellen aufzupassen, da manche Hülsenfrüchte einen gar nicht so geringen Puringehalt haben. Dennoch ist deren Konzentration in den meisten Fällen geringer als in Fleisch. Eine Ausnahme sind Linsen, deren Puringehalt etwas dem von Hähnchenfilet entspricht. Mit dem Purinrechner kann der Puringehalt von über 2.000 Lebensmitteln ermittelt und so eine purinarme Portion berechnet werden. Den Link dazu findest du unten.

Was sollte man bei der Futterumstellung beachten?

Den meisten Hunden schmeckt pflanzliche Nahrung sehr gut. Es sollte jedoch immer nur eine neue Zutat pro 3 bis 4 Tage eingeführt werden. Sollte es Unverträglichkeiten geben, weiß man dann, auf welche Veränderung diese zurückzuführen sind. Der Hauptunterschied der purinarmen Fütterung liegt in der Proteinquelle. Aber genau wie tierische Proteine setzen sich pflanzliche Eiweiße aus einer Reihe von essentiellen und nichtessentiellen Aminosäuren zusammen, die in vielen Gemüsesorten oft höher konzentriert vorkommen als im Fleisch, jedoch nicht immer zu hundert Prozent verstoffwechselbar sind. Daher müssen dem Körper von diesen Nährstoffen ausreichend zur Verfügung gestellt werden und gegebenenfalls ergänzt werden.

Was muss ein pflanzenbasiertes Hundefutter enthalten?

Als pflanzliche Proteinquelle stehen Tofu und Hülsenfrüchte zur Verfügung. Jedoch dürfen Bohnen, Erbsen und Kichererbsen nur gekocht verfüttert werden. Als tierische Proteinquelle eignen sich Hüttenkäse, Joghurt, Quark und Ei. Gemüse kann gedämpft oder gegart verfüttert werden. Als Kohlehydratquelle dienen Kartoffeln, Nudeln, Reis, Polenta, Haferflocken oder Quinoa. Als Fettlieferant empfihlt sich ein Pflanzenöl mit einem guten Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren, ideal ist Leinöl, aber auch Rapsöl.

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Infobox

Bestandteile Purinarmer Nahrung

 

  • Eine pflanzliche Proteinquelle: Tofu, Bohnen, Erbsen oder Kichererbsen
  • Hüttenkäse, Joghurt, Ei, Quark
  • Kohlenhydrate: Reis, Kartoffeln, Nudeln, Polenta, Haferflocken, Quinoa
  • Gemüse: gedünstete Karotten, Zucchini, Fenchel, Kohlrabi, kein Kohl, kein Spinat
  • Pflanzenöle: Leinöl, Rapsöl

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