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Hilfe für Angsthunde

Was kann ich tun, wenn mein Hund Angst hat?

Jeder Angsthund ist anders! Die meisten Angsthunde haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Aber es gibt auch Hunde, gar keine Erfahrungen machen konnten und deshalb vor allem Angst haben. Manche Hunde haben Angst vor bestimmten Personen oder Personengruppen, andere vor bestimmten Gegenständen, Geräuschen oder Gerüchen. Mancher Hund ist einfach nur unsicher, andere haben diffuse Ängste, also Angst vor allem. Dieser Artikel soll dir dabei helfen, deinen Hund besser verstehen, um ihm besser helfen zu können. Das besondere am Training für Angsthunde ist, dass es rund um die Uhr passiert. Das heißt, du bist der Trainer. Also musst du fit sein im Umgang mit Angsthunden. Und bevor du nicht mehr weiter weißt, solltest du einen auf diesem Gebiet erfahrenen Hundetrainer fragen.

Ursachen der Angst und Angstauslöser

Um zu wissen wie man seinem Hund am besten helfen kann sollte man versuchen herauszufinden, wovor der Hund Angst hat. Sind es zum Beispiel Katzen oder Silvesterkracher, dann fokussierst du das Training auf diesen einen, speziellen Auslöser. Wenn man den Angstauslöser kennt, kann man mit der Desensibilisierungsmethode arbeiten. Um das Prinzip zu verstehen, empfehle ich dir die Anleitung von Patricia B. McConnell’s zu lesen. Sie beschreibt die Vorgehensweise der Desensibilisierung sehr genau und verständlich. Hier ist der Link zum Buch*.

Und wenn mein Hund vor vielen Dingen Angst hat?

Hat dein Hund vor vielem Angst, dann ist es kaum möglich, einzelne Auslöser zu identifizieren. Hunde mit generalisierten Ängsten müssen durch ständiges Training lernen, weniger Angst zu haben. Da Angsthunde aber oft auch Lernblockaden haben, bedeutet das aber auch, dass sie gar nicht in der Lage sind zu etwas Neues aufzunehmen. Man muss sich das wie bei Prüfungsangst vorstellen. Durch den Stress, den die Angst auslöst, ist das Gehirn regelrecht blockiert. Daher ist der erste Schritt Geuld zu haben, bis das Vertrauen des Hundes soweit gestärkt ist, mit dir zu trainieren. 

Geduld mitbringen und Vertrauen aufbauen

Wichtig ist, dass du wirklich alles vermeidest, was das Vertrauen stören kann. Weder Ungeduld, noch Schimpfen fördert Vertrauen, noch lässt Ignorieren die Angst verschwinden. Stelle dir vor, du hast Angst nachts alleine auf einer unbeleuchteten Straße zu gehen. Würde es dir helfen, wenn jemand mit dir schimpft? Aber es hilft dir, wenn dich jemand ein Stück begleitet, bis zu der Ecke, wo die Laternen anfangen. So geht es auch deinem Hund. Sucht er deine Nähe, dann braucht er deine Unterstützung. Caius hatte am Anfang die Angewohnheit immer an mir hochzuspringen, wenn wir draußen waren und ich wollte ihm das abgewöhnen. Aber Erziehungsmaßnahmen, haben uns da nicht wirklich weitergeholfen. Aber mit Streicheln konnte ich ihn beruhigen. Das gab ihm die Sicherheit, die er brauchte. Heute weiß ich, dass das richtig war. Das Anspringen wurde mit der Zeit immer weniger.

Training gegen die Angst im Alltag

Das Training gegen die Angst beginnt im Alltag. Vermeide Situationen von denen du weißt, dass sie deinem Hund Angst machen. Ziel ist es, dass dein Hund merkt, dass du Gefahrensituationen möglichst vor ihm erkennst. Schnelligkeit und Weitsicht sind ganz wichtig dafür, dass er dir vertraut. Ein Hunderudel wird von dem Hund mit den besten Sinnesleistungen geführt. Dieser sorgt dafür, dass das Rudel nicht in Gefahr gerät. Versuche deinen Hund gar nicht erst in eine aus seiner Sicht gefährliche Situation zu führen. Bei einem Angsthund ist das in der Praxis nicht immer möglich. Stelle dich in einer vermeintlich gefährlichen Situation am besten so, dass du zwischen deinem Hund und der Gefahr stehst und schaue die Gefahr nicht an. Hier und nur in dieser Situation, hilft es die Gefahr zu ignorieren. Da es sich nicht um eine reale Gefahr handelt, signalisierst du deinem Hund, dass diese nicht von Bedeutung ist, indem du dieser vermeintlichen Gefahr keine besondere Aufmerksamkeit schenkst. 

Positive Verstärkung

Wichtiger Punkt beim Umgang mit einem Angsthund ist, dass alle Aktivitäten von dir ausgehen sollten. Häufig findet man folgende Situation: du bist beschäftigt und deinem Hund ist es langweilig, also fordert er dich zum Spielen auf. Er übernimmt die Initiative. Das Gegenteil ist aber erwünscht, nämlich dass du die Initiative ergreifst. Deshalb lässt du dich in dieser Situation nicht von deiner Tätigkeit ablenken, sondern erst wenn der Hund sich etwas anderem zugewendet hast, gehst du auf ihn zu, um mit ihm spielen. Das selbe gilt für Kuscheln. Du bestimmst wann Zeit dafür ist und auch wann wieder Schluss ist. Du entscheidest beim Gassigehen wo es lang geht, wo er schnüffeln darf und wo ihr schnell lauft, um ein Ziel zu erreichen, zum Beispiel den Park. Natürlich muss er dort dasnn genug Zeit und Gelegenheit zum Schnuppern und Rennen haben. Aber du gibst die Struktur vor. Liebevoll aber bestimmt. Und bereits die kleinsten Erfolge sollten belohnt werden. Positive Verstärkung erreichst du mit viel Lob, aber auch mit gemeinsamem Spielen oder mit Leckerlis.

Ruhephasen und Erholung

Sehr wichtig sind die Phasen in denen dein Hund sich erholen kann. Hunde, die permanentem Stress ausgesetzt sind und Angst haben ist Stress, benötigen wirklich ausreichend Ruhe und Erholung. Ein ausgewachsener gesunder Hund braucht etwa 16 Stunden Ruhe- und Schlafphasen am Tag. Deinem ängstlichen Hund solltest du lieber mehr Ruhe gönnen als weniger. Aber auch dies ist individuell. Grundsätzlich gilt, nach jeder Lerneinheit, auch Gassirunden zählen dazu, braucht dein Hund eine Pause. Erst wenn der Hund sich völlig entspannt hat, ist er in der Lage, wieder neue Eindrücke gut zu verarbeiten.

Kein Angsthund ist wie der andere

Ängstliche Hunde, die in ihrem Leben bisher noch nichts kennengelernt haben, wie beispielsweise Hündinnen, die nur zur Vermehrung im Dunkeln und ohne Kontakte zur Außenwelt gehalten wurden und keinerlei Erfahrungen sammeln konnten, leiden oft unter diffusen Ängsten. Bei ihnen beginnt der Lernprozess oft erst nach Monaten der Einlebens und der Entspannung. Bei diesen Hunden ist es erstmal wichtig, sie ankommen zu lassen und Vertrauen aufzubauen. Das kann sehr unterschiedlich lange dauern, je nach Situation aus der der Hund kommt und je nach Persönlichkeit des Hundes. Es gibt Hunde, die die schlimmsten Erfahrungen innerhalb kürzerster Zeit einfach abschütteln und andere, die sehr, sehr lange dafür brauchen. Dafür braucht man sehr viel Geduld. Ja, ich weiß, wie schwierig das ist! Schwierig geduldig zu sein, wenn man helfen möchte und nichts geht voran. Und schwierig einzuschätzen, wann der Hund soweit ist, zu lernen und die Vergangenheit loszulassen.

Ich selbst habe nicht nur einmal gezweifelt, ob ich das je schaffen werde, dass aus Caius mal ein entspannter Hund wird. Mehrmals war ich am Limit und dachte, so geht es nicht weiter. Und irgendwann merkte ich ganz, ganz langsam wie Caius auf unseren Spaziergängen anfing zu schnuppern und für einen kurzen Moment sich entspannte. Und nicht mehr wie ein gepeinigter nur noch nachhause wollte. Deshalb noch eine Bitte an euch: Wer solch einen ängstlichen Hund hat, sollte sich unbedingt Hilfe holen! Am besten von jemandem, der dies selbst erlebt hat. Alle anderen können gut nur reden!

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Infobox

Die 4 wichtigsten Tipps

  • Geduld haben
  • Vertrauen aufbauen
  • Training / Desensibilisierung
  • Positive Verstärkung
  • Ruhephasen

 

 

Die Körpersprache eines ängstlichen Hundes

 

  • Rücken ist gekrümmt
  • Ohren sind angelegt und nach hinten gerichtet
  • Schwanz eingeklemmt oder unter dem Bauch
  • Augen sind weit aufgerissen
  • Haltung ist geduckt

 

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